R.I.T.T.®

Seit geraumer Zeit ist es in unserer lerntherapeutischen Arbeit aufgefallen, dass die Selbstwert- und Insuffizienzproblematik in Verbindung mit auffälligem Sozialverhalten deutlich angestiegen ist.

Um einen anderen Zugang zum betroffenen Kind und Jugendlichen zu bekommen, hat die Pädagogische Praxis in Zusammenarbeit mit dem Reitlehrer Herrn Helmuth Assmann (Ausbildung, Schulung,Training Assmann –ASTA-TEAM – Hofgut Herrenschwaige, Ingolstadt) ein „Reitgestütztes Individuelles Wahrnehmungs- und Selbstwerttraining“ entwickelt.

Die Arbeit mit dem Medium Pferd und das Reiten an sich sprechen den Menschen ganzheitlich und über alle Sinne an. Es fordert körperlich, emotional, geistig und sozial. Der Umgang mit dem Pferd hat zweifellos eine persönlichkeitsprägende Bedeutung gerade für junge Menschen.

 

Was kann erreicht werden?

  • Minderung der Insuffizienzgefühle
  • Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Steigerung des Leistungsvertrauen in die eigene Person
  • Positives Sozialverhalten
  • Vernetzung der einzelnen Wahrnehmungsbereiche beeinflussen positiv die schulische Leistung
  • Reduktion emotionaler Störungen durch körperliche Betätigung
  • Steigerung der Selbststeuerung und -organisation

 

Womit kann dies erreicht werden?

  • Allgemeiner, verantwortlicher und respektvoller Umgang mit dem Pferd
  • Soziale Einbindung in die Gruppe von Pferdefreunden, die einen respektvollen, wertschätzenden, vertrauensvollen und achtsamen Umgang miteinander pflegen (Horsemanship)
  • Sensibler Umgang mit einem Lebewesen, Übernahme von Verantwortung für dieses Lebewesen
  • Übernahme von Verantwortung für ein Lebewesen
  • Erlernen von Disziplin und Engagement
  • Erlernen von Aufmerksamkeit
  • Förderung eigenverantwortlichen Handelns
  • Erleben von Handlungskompetenz

 

“Der junge Mensch braucht seinesgleichen – nämlich Tiere, überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum.

Man kann Ihn auch ohne das alles aufwachsen lassen, mit Teppichen, Stofftieren oder auch auf asphaltierten Straßen und Höfen.

Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nie mehr erlernt.” -

Alexander Mitscherlich

 

Das  R.I.T.T.® wird terminlich in den normalen Turnus der ambulanten heilpädagogischen Übungsbehandlung mit integriert. Die Schülerinnen und Schüler, die dafür in Frage kommen,durchlaufen eine auffällige sozial-emotionale Entwicklung in Schule und Familie, die mit Hilfe dieses Trainings unterstützend zur Lerntherapie behandelt werden sollen.

Verhaltensgrundlage sind „Die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes“ der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) und „Die Grundlagen des Verhaltens im Pferdesport“.

„Was Du nicht willst, das man Dir tut,das füg‘ auch keinem anderen zu.“

 

Die ethischenGrundsätze des Pferdefreundes:

  1. Wer auch immer sich mit dem Pferd beschäftigt, übernimmt die Verantwortung für das ihm anvertraute Lebewesen.
  2. Die Haltung des Pferdes muss seinen natürlichen Bedürfnissen angepasst sein.
  3. Der physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist unabhängig von seiner Nutzung oberste Bedeutung einzuräumen.
  4. Der Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, unabhängig von dessen Rasse, Alter und Geschlecht sowie Einsatz in Zucht, Freizeit oder Sport.
  5. Das Wissen um die Geschichte des Pferdes, um seine Bedürfnisse sowie die Kenntnisse im Umgang mitdem Pferd sind kulturgeschichtliche Güter. Diese gilt es zu wahren und zu vermitteln  und nachfolgenden Generationen zu überliefern.
  6. Der Umgang mit demPferd hat eine persönlichkeitsprägend Bedeutung gerade für junge Menschen.Diese Bedeutung ist stets zu beachten und zu fördern.
  7. Der Mensch, dergemeinsam mit dem Pferd Sport betreibt, hat sich und das ihm anvertraute Pferdeiner Ausbildung zu unterziehen. Ziel jeder Ausbildung ist die größtmögliche Harmonie zwischen Mensch und Pferd.
  8. Die Nutzung desPferdes im Leistungs- sowie im allgemeinen Reit-, Fahr- und Voltigiersport musssich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muss geahndet werden.
  9. Die Verantwortung des Menschen für das ihm anvertraute Pferd erstreckt sich auch auf das Lebensende des Pferdes. Dieser Verantwortung muss der Mensch stets im Sinne des Pferdesgerecht werden.

 

Zur Erläuterung:

Horsemanship, aus dem Englischen (von  Horseman , engl.: Reiter)

- war ursprünglich in der Übersetzung eine Sammelbezeichnung für die Reitkunst im Allgemeinen. Heutzutage versteht man unter Horsemanship, auch erweitert als „ Natural   (oder „ Good “)  Horsemanship “ bezeichnet, die Kunst, mit Pferden natürlich, das heißt für beide Seiten (Pferd und Reiter) stressfrei umzugehen. Das Ziel des Horsemanship ist die harmonische Partnerschaft zwischen Mensch und Tier. Sowohl bei der Bodenarbeit, als auch beim Reiten sollen nur Methoden und Hilfsmittel angewendet werden, die das Pferd nicht überfordern und ihm keine Schmerzen oder Angst zufügen. Der Reiter oder Pferdeausbilder soll die Körpersprache des Pferdes verstehen und richtig deuten, um mit dem Pferd zu kommunizieren und gleichzeitig die Führungskompetenz bewahren.

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